Rheumatisch bedingte Hauterkrankungen

Rheumatisch bedingte Hauterkrankungen

Rheuma entsteht durch eine Störung des Immunsystems. Wo diese herrührt ist bis jetzt noch nicht wissenschaftlich geklärt. Bei einer Rheumatischen Erkrankung erkennt der Körper die körpereigenen Strukturen nicht mehr als solche, sondern als fremde oder feindliche Formen und greift diese dann daraufhin an. So kommt es, dass zum Beispiel die Gelenkinnenhaut zerstört wird. Die Autoimmunkrankheit Rheuma kann aber nicht nur zur Deformierung und zum Funktionsverlust der Gelenke führen, sie kann auch in Form von Kollagenosen auftreten. Kollagenosen sind ebenfalls Autoimmunkrankheiten, die aber nicht nur eine Körperregion oder ein Organ betreffen, sondern verschiedene Ziele für den körpereigenen Abwehrmechanismus haben. Ein wichtiges Organ, welches dabei betroffen sein kann, ist die Haut. Rheumatische Hauterkrankungen sind zum Beispiel: Schuppenflechte, Sklerodermie, Dermatomyositis oder das Reiter-Syndrom.
Die Schuppenflechte ist eine Erkrankung, der eine Störung des Immunsystems zu Grunde liegt. Im Normalfall betrifft diese Krankheit die Haut, die sich, als Abstoßreaktion, stark schuppt und punkt- und kreisförmige Rötungen an Gelenken und Kopfhaut aufweist. Ebenfalls ist eine Veränderung an Finger- und Fußnägeln zu beobachten. In selteneren Fällen kann die Schuppenflechte auch Augen, Weichteile, Gelenke und Bänder oder die Gefäße befallen. Eine weitere Erkrankung der Haut, die begleitend zu Rheuma auftreten kann, ist die Sklerodermie. Diese Krankheit kann ebenso die Haut, wie auch innere Organe befallen. Bei der Sklerodermie verhärtet sich das Bindegewebe der Haut (oder der Außenhaut der Organe). Im Frühstadium kommt es zu Ödembildung an den Füßen und den Händen, danach wird die Haut dünn, hat ein wachsartiges Aussehen und wird starr. Die Gelenke verformen sich auf Grund der Unbeweglichkeit der Haut. Im Gesicht kann Sklerodermie zu einer starren Mimik und zu Problemen bei Mundbewegungen und beim Schließen der Augen führen. Eine weitere rheumatische Hauterkrankung ist die Dermatomyositis. Hierbei treten purpur- oder blaufarbene Ödeme, mit Flüssigkeit gefüllte Schwellungen, vor allem an Augenlidern, Rumpf oder Gesichtspartien auf. In abgeschwächter Form kann man leichte Schwellungen und Rötungen an den Fingergelenkseiten feststellen. Als letztes Beispiel für eine mögliche Hautkrankheit, die das Rheuma begleitet, sei das Reiter-Syndrom genannt. Bei dieser Art der Hautveränderung bilden sich an Handflächen und Fußsohlen geschlossene Pusteln. Die betroffenen Stellen sind gleichzeitig gerötet. In anderen Formen kann das Reiter-Syndrom auch das Gesicht, die Finger oder den Genitalbereich befallen und hier zu Pustelbildung, Rötungen und brennenden Schmerzen führen.
Die Haut und eine eventuelle Erkrankung dieser kann einem Mediziner schon vor bestehenden Rheuma-Beschwerden einen Hinweis auf eine vielleicht vorliegende Anlage zur Autoimmunkrankheit Rheuma geben. Die Haut hat für den Arzt den Vorteil, dass sie direkt und ohne große Eingriffe auf Autoimmunerkrankungen untersucht werden kann. Die Ursachen für Rheuma sind noch nicht eindeutig geklärt; dennoch wird Menschen mit Rheuma oder mit Angehörigen, die an Rheuma leiden oder gelitten haben geraten, nicht nur ihre Gelenke, sondern auch ihre Haut regelmäßig untersuchen zu lassen. Bild : © Uta Herbert / pixelio.de

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